Schreibimpulse

Briefe schreiben – Liebe verschenken

Handgeschriebener Brief mit Füllfeder und Blumen daneben
Was gibt es Schöneres, als geliebten Menschen (oder sich selbst) eine Freude zu bereiten? Ein Brief ist eine gute Möglichkeit dazu, Anlässe gibt es viele...

Briefe an liebe Menschen – Liebesbriefe!

Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal einen Brief geschrieben? Keine Postkarte oder WhatsApp-Nachricht, sondern einen „echten“ Brief. Eine oder mehrere handgeschriebene Seiten auf schönem Briefpapier? Per Post und mit Briefmarke verschickt?

Probieren Sie es doch aus! Es gibt tausend Gelegenheiten dafür: Valentinstag, Geburtstage, Namenstage, Feiertage, Jahrestage, Jubiläen… Schließlich kann man wie Alice im Wunderland auch „Nicht-Geburtstage“ feiern und Glückwünsche dazu verschicken. 😉
Andere, weniger erfreuliche Anlässe gibt es natürlich auch: Wer kennt nicht die tröstende Wirkung eines Briefes in Krisen- und Trauerzeiten? Allein das Wissen, dass jemand an einen denkt und emotionalen Beistand ausdrückt, gibt Halt und Zuversicht.

Also: Nicht mehr lange überlegen, Schreibzeug und (Brief-)Papier holen und los geht’s. Schreiben Sie einen schönen, langen, liebevoll verfassten Brief. Einen „Liebes-Brief“ sozusagen.

An wen will ich (zuerst) schreiben?

Sie wissen nicht (gleich), an wen Sie denn schreiben könnten? Da fallen mir viele Möglichkeiten ein. Vielleicht möchten Sie mit einer Liste beginnen:
Welche Menschen sind Ihnen wichtig? Wer in Ihrem Umfeld (Partnerschaft, Familie, Freundeskreis, Kolleg:innen oder Nachbarschaft) ist Ihnen besonders ans Herz gewachsen und warum? Wem wollten Sie schon lange einmal etwas erzählen oder einfach nur sagen, was Sie an ihm/ihr schätzen? Wer hat zur Zeit einen wichtigen Stellenwert in Ihrem Leben? Mit wem haben Sie kürzlich oder letztes Jahr etwas Schönes gemeinsam erlebt?

Sie können übrigens auch einen Brief schreiben, ohne ihn abzuschicken: An eine Person zum Beispiel, von der sie gar keine Adresse (mehr) haben oder die vielleicht schon verstorben ist. Zum Beispiel, um innerlich und für Sie persönlich etwas abzuschließen. Oder um gedanklich ganz nah bei dieser Person zu sein, ihr gute und liebevolle Gedanken zu schicken. Zuwendung wirkt ja auch energetisch, auf Distanz und im eigenen Herzen…

Haben Sie eine Person ausgewählt? Dann wird’s konkret!

Überlegen Sie, was genau Sie an ihr/ihm mögen und wertschätzen: welche Eigenschaften, welche liebenswerten Kleinigkeiten oder welche kleinen Ticks? Welche ihrer/seiner Fähigkeiten und Stärken finden Sie besonders bewunderswert?
Welche sonstigen Assoziationen fallen Ihnen zu diesem Menschen ein? Welche Wörter, Begriffe oder Dinge kommen Ihnen in den Sinn, welche Geschichten und Anekdoten?

Sammeln Sie alles am besten zuerst in Stichworten (in einem Cluster oder Mindmap), um dann frei und aus dem Herzen zu schreiben!

Briefe an mich selbst

Manchmal tut es gut, sich selbst einen Brief zu schreiben. Auch hier gibt es mehrere Varianten:

1.) Liebesbrief an mich selbst

Ja, Sie haben richtig gelesen: Sie schreiben sich selbst einen Liebesbrief und sagen sich darin alles, was Sie an sich mögen und schätzen – mit allen Stärken, aber auch mit Nachsicht und liebevoller Zuwendung für Ihre Schwächen. Sie schreiben sich nette Dinge, die Sie anderen Menschen vielleicht ganz selbstverständlich sagen, sich selbst aber eher selten (bis nie).

2.) Ermutigungs- und Wunschbriefe

Wenn Ihnen eine schwierige Situation oder Veränderung bevorsteht, können Sie sich einen Mut-Brief schreiben. Sie sprechen sich selbst Mut zu, zählen alle Ressourcen und Kompetenzen auf, die Sie haben, um diese Situation zu meistern und erzählen sich von früheren Situationen, die gut gelungen sind.
Oder Sie erzählen sich selbst in dem Brief von Ihren Vorhaben, Zielen, Wünschen und Sehnsüchten und wie Sie ihnen entgegen gehen möchten; welche Schritte Sie in nächster Zeit setzen wollen und wie die Umsetzung gelingen könnte. All das stärkt Ihr Selbstbewusstsein und verändert Ihre Gedanken – weg von Angst und Mutlosigkeit hin zur Selbstwirksamkeit!

3.) Trostbriefe

Tröstende Worte in schweren Zeiten haben eine herzerwärmende, stärkende und aufrichtende Wirkung, das kennen wir alle. Das gilt auch, wenn die Worte von uns selbst kommen! Solche Trostbriefe sind ein Akt der Selbstfürsorge und des Selbstmitgefühls.

Hand mit Füllfeder, die übers Papier gleitet und schreibt
Was mache ich mit diesen Briefen an mich selbst?

Jeder Brief an Sie selbst kann im Zuge Ihres privaten Schreibens ganz einfach in Ihrem Tagebuch/Journal stehen. Er wirkt allein schon durch den Prozess des Schreibens. Außerdem können Sie immer wieder zurückblättern und ihn erneut lesen, wenn Sie Lust dazu haben.

Sie können den Brief aber auch auf ein eigenes Blatt schreiben, gerne auf schönes Briefpapier, und ihn irgendwo ablegen (oder aufhängen), wo Sie ihn jederzeit finden – zufällig oder bewusst.

Oder Sie stecken den Brief in ein Kuvert, beschriften dieses mit Ihrer Adresse, kleben eine Briefmarke drauf und werfen es bei nächster Gelegenheit in einen Postkasten. Einige Tage später erhalten Sie dann einen Brief von sich selbst. 🙂 Falls Sie jemanden haben, den Sie bitten können, den Brief in einiger Zeit für Sie aufzugeben, ist die Überraschung noch größer, wenn der Brief plötzlich – nachdem Sie ihn schon längst vergessen haben – in Ihrem Briefkasten liegt. In diesem Fall können Sie den gewünschten Zeitpunkt dazusagen/-schreiben (in einem Jahr, zu Ihrem Geburtstag, nach Abschluss eines Projektes…) oder Sie vertrauen auf die Intuition der „Überbringer-Person“, wann Sie den Brief einwirft.

Briefkasten mit der Aufschrift "Hoffentlich ein Liebesbrief"

Ich hoffe, Sie haben Lust bekommen zum Briefeschreiben!
Viel Spaß beim Schreiben (und Lesen)
Ihre
Alexandra Peischer

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